Fülszöveg
uterarisches Colloquium Berlin/
Berliner Künstlerprogramm des DAAD
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„Der Lektoratsgutachter ging gern in sanftem leisem Regen spazieren. das war so französisch. Vor seiner Abreise wurde der Ostfranzose von zwei Stadtfetdforschungssoziologieerhebungsbeauf-tragten aufgesucht, die den Zuwachsgrad Prozentsatz der Kulturentwicklungsintensität auf das Objektjahr bezogen feststellen wollten, und auch festgestellt haben. Wir sind Fremde, jedoch keine Touristen, obwohl wir irgendwo wohnen, was allerdings nicht mit unserem Zuhause identisch ist, so faßte er anfänglich seine Verwirrung und Befürchtungen zusammen, dieses beispielhafte Hier-sein-und-doch-nicht-Hiersein. Daß Agnes Agnes heißt, daß sie einen Mann hat, der auf den Namen Thomas getauft worden ist, daß sie zwei Kinder haben und daß die Frau ein Phantast ist, das mag der Lektoratsgutachter verstehen wie erwUl, das erfuhr der Lektoratsgutachter von Euphrosyne, einer in der Herstellung des Verlags tätigen Graphikerin, die...
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uterarisches Colloquium Berlin/
Berliner Künstlerprogramm des DAAD
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„Der Lektoratsgutachter ging gern in sanftem leisem Regen spazieren. das war so französisch. Vor seiner Abreise wurde der Ostfranzose von zwei Stadtfetdforschungssoziologieerhebungsbeauf-tragten aufgesucht, die den Zuwachsgrad Prozentsatz der Kulturentwicklungsintensität auf das Objektjahr bezogen feststellen wollten, und auch festgestellt haben. Wir sind Fremde, jedoch keine Touristen, obwohl wir irgendwo wohnen, was allerdings nicht mit unserem Zuhause identisch ist, so faßte er anfänglich seine Verwirrung und Befürchtungen zusammen, dieses beispielhafte Hier-sein-und-doch-nicht-Hiersein. Daß Agnes Agnes heißt, daß sie einen Mann hat, der auf den Namen Thomas getauft worden ist, daß sie zwei Kinder haben und daß die Frau ein Phantast ist, das mag der Lektoratsgutachter verstehen wie erwUl, das erfuhr der Lektoratsgutachter von Euphrosyne, einer in der Herstellung des Verlags tätigen Graphikerin, die eine Zeitlang das Liebchen oder die Frau eines be-rijhmten französischen Malers gewesen war, das ließ sich wegen der Ernsthaftigkeit der Beziehung nicht genau feststellen, doch sie, Euphrosyne, hatte den Maler verlassen, auch wenn, wie sie sagte, er sie nicht unterdrückt habe, auch wenn er in der Hinsicht anständiger gewesen sei, als daß er die Gewalttätigkeit der Männergesellschaft persönlich hätte zur Geltung kommen lassen; doch er förderte Euphrosynes Persönlichkeitsentfaltung nicht, da er sich nur um seine eigene Entwicklung wirklich gekümmert habe."
Péter Esterházy wurde 1950 in Budapest geboren. Studium der Mathematik an der Eötvös Lóránt Universität Budapest. 1980 neunmonatiger Berlinaufenthalt als Stipendiat des Berliner Künstlerprogramms/DAAD. Bisherige Veröffentlichungen: Fancsikó és Pinta (Fancsikó und Pinta, 1976), Pápai vizeken ne kalózkodj (Laß das Kapern auf päpstlichen Gewässern, 1977), Termelési regény (Produktionsroman, 1979), Függö (Indirekt, 1981), Ki szavatol a lady biztonságáért? (Wer haftet für die Sicherheit der Lady? 1982). Péter Esterházy lebt in Budapest als freier Schriftsteller.
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