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Wenn Anna Seghers bekennt, eigentlich von Kindheit an geschrieben und ihre schriftstellerische Arbeit später neben den geschichtlichen und kunstgeschichtlichen Studien weitergeführt zu haben, so besaß sie doch die Geduld, nicht nur das Festwerden des schriftstellerischen Handwerks, sondern auch die Sicherheit einer thematischen Behandlung abzuwarten, die im Inhalt und in der Verteilung des inhaltlichen Gewichts nicht fehlgehen kann. Als ihr erstes Buch erscheint, ist sie siebenundzwanzig Jahre alt. Und für diese Erzählung „Der Aufstand der Fischer von St. Barbara" erhält sie den Kleistpreis. Denn damals, 1928, war es noch so, daß ein oppositioneller bürgerlicher Literaturbetrieb sich bestätigen mochte in der Auszeichnung einer Begabung, die die bürgerliche Opposition weit hinter sich ließ. Die Auszeichnung galt einer erzählerischen Plastik und Härte, einer sprachbildenden und wortschöpferischen Kraft, die aller-
dings die Verbindung mit dem Namen Kleist, gerade wenn man an den Erzähler denkt, nicht als Sakrileg erscheinen ließen. Von heute her gesehen, ist dieses Erstlingsbuch eine ganz andere Bestätigung. Es läßt erkennen, daß es für Anna Seghers niemals das gegeben hat, was als geistige Unsicherheit sich auf die unsicheren Reize einer stimmungsvollen Selbstinszenierung hinausspielt. Und es läßt erkennen, daß die Verantwortlichkeit vor dem Stoff auch sogleich das volle künstlerische Maß einer gegenständlichen, einer inhaltlich gesättigten Prosa fand Sie schuf eine Prosa, die von der Wirklichkeit gesetzt war und wertsetzend die Wirklichkeit ordnete. Die sozialistische Parteinahme, mit der sie sich der Zeitinhalte bemächtigte, war die Gewähr, daß ihre Epik sich nicht am Rande einer gesellschaftlichen Scheinbarkeit abspielt, vielmehr die entscheidenden Positionen des Zeitvorgangs besetzt hält.
Paul Rilla
Vissza