Fülszöveg
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Das Interesse am Heiligen Lande ist nicht neu. Es ist ein kostbares Erbe, das von jeder Generation neu geweckt worden ist. Schon aus den Tagen des Kaisers Konstantin ist uns der Bericht eines Pilgers aus Bordeaux erhalten, der nüchtern die Stationen einer Pilgerfahrt ins Heilige Land aufzeichnet. Alte Zeugnisse bürgen dafür, daß bereits in nachapostolischer Zeit eine zuverlässige Tradition für die Geburtsgrotte in Betlehem und die Stätte des Todes und der Auferstehung Jesu in Jerusalem vorhanden war. Mit dem 4. Jahrhundert beginnt dann der nicht mehr endende Strom der Pilger, die in gläubiger Verehrung den Spuren Jesu auf den Wegen Palästinas folgten, um den Ereignissen unserer Erlösung näher zu sein.
Die landeskundliche Beschreibung Palästinas wird in diesem Buche durch typische Landschaftsbilder illustriert, die in der farbigen Wiedergabe die großen Gegensätze des kleinen Landes offenbar machen. Aus der Hügellandschaft Galiläas, in der Jesus
aufwuchs, führt der Weg durch...
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Das Interesse am Heiligen Lande ist nicht neu. Es ist ein kostbares Erbe, das von jeder Generation neu geweckt worden ist. Schon aus den Tagen des Kaisers Konstantin ist uns der Bericht eines Pilgers aus Bordeaux erhalten, der nüchtern die Stationen einer Pilgerfahrt ins Heilige Land aufzeichnet. Alte Zeugnisse bürgen dafür, daß bereits in nachapostolischer Zeit eine zuverlässige Tradition für die Geburtsgrotte in Betlehem und die Stätte des Todes und der Auferstehung Jesu in Jerusalem vorhanden war. Mit dem 4. Jahrhundert beginnt dann der nicht mehr endende Strom der Pilger, die in gläubiger Verehrung den Spuren Jesu auf den Wegen Palästinas folgten, um den Ereignissen unserer Erlösung näher zu sein.
Die landeskundliche Beschreibung Palästinas wird in diesem Buche durch typische Landschaftsbilder illustriert, die in der farbigen Wiedergabe die großen Gegensätze des kleinen Landes offenbar machen. Aus der Hügellandschaft Galiläas, in der Jesus
aufwuchs, führt der Weg durch die fruchtbare Ebene Jesreel am Tabor vorbei. Der Anblick des Sees Gennesaret, an dessen Ufer Kafarnaum nach jahrhundertelangem Verschollensein wiederentdeckt wurde, läßt uns immer noch die Schönheit des einst so fruchtbaren Landes ahnen. Noch heute führt die alte Pilgerstraße nach Jerusalem durch die herbe Berglandschaft Samariens am Jakobsbrunnen vorbei. Im judäischen Gebirge liegen viele Orte, die an die Geschichte des Zwölfstämmebundes erinnern. Erst auf der Anhöhe des Olberges wird der Blick frei auf die Heilige Stadt. Auch wenn das alte, zerstörte Jerusalem unter einer meterdicken Schuttdecke ruht, die Ausgrabungen geben uns die Gewißheit, daß wir auf geheiligtem Boden stehen. Diese Ergebnisse archäologischer Forschung werden mit einer historischen Darstellung der Zeitverhält-. nisse im Jahrhundert Jesu verknüpft. Die Namen der Kaiser und Könige, der Vierfürsten und Prokuratoren, die in der Lebensgeschichte Jesu auftreten, werden dem Leser durch zeitgenössische Zeugnisse, Inschriften und Münzen nahegebracht. So wird Vergangenheit lebendige Geschichte. Diese Darstellung erliegt nicht dem naiven Kurzschluß, den Glauben mit den Methoden historischer Forschung beweisen zu wollen. Beide haben ihre Eigenständigkeit, beide haben aber auch eine Beziehung zueinander. Das historische V^issen ersetzt weder das Glauben, noch entbindet das Glauben vom historischen Forschen.
Die Welt des Glaubens bleibt unauflöslich mit den Orten und der Geschichte jenes Landes verbunden, das durch das Erdenleben Christi geheiligt ist. Die Frohbotschaft Jesu ist kein Mythos, keine Legende, sondern das geschichtliche Handeln Gottes in unserer Welt.
ST. BENNO-VERLAG GMBH LEIPZIG
Vissza