Fülszöveg
Der erste Schritt der liturgischen Er-neuerung war das Ernstnehmen der hei-ligen Zeichen, durch die das Heilsgeheim-nis den Gláubigen anspricht. Man löste sich von einem Rubrizismus, der über der Betonung der gesetzlichen Verpflich-tung den tieferen Sinn des liturgischen Kerygmas, des Wortes und der Handlung fast ganz zu vergessen schien.
Der náchste grofie Schritt war die klare Schau der Sakramente im Lichte des österlichen Heilsgeheimnisses, des Todes und der Auferstehung Christi. So tritt heute der christozentrische und heilsge-schichtliche Charakter der Liturgie wie-der viel deutlicher in das Bewufitsein der Theologen, der Seelsorger und des gláubigen Volkes als vor einem Men-schenalter.
Dies alles war die unersetzliche Vor-ausset'Zung dafür, dal? die Sakramente auch in der Darstellung der christlichen Morál wieder ihre zentrale Stellung er-hielten. Man sieht klar, wie unrichtig es ist, die Sakramente nach den Geboten als neuen „Pflichtenkreis" zu behandeln, sind sie doch...
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Fülszöveg
Der erste Schritt der liturgischen Er-neuerung war das Ernstnehmen der hei-ligen Zeichen, durch die das Heilsgeheim-nis den Gláubigen anspricht. Man löste sich von einem Rubrizismus, der über der Betonung der gesetzlichen Verpflich-tung den tieferen Sinn des liturgischen Kerygmas, des Wortes und der Handlung fast ganz zu vergessen schien.
Der náchste grofie Schritt war die klare Schau der Sakramente im Lichte des österlichen Heilsgeheimnisses, des Todes und der Auferstehung Christi. So tritt heute der christozentrische und heilsge-schichtliche Charakter der Liturgie wie-der viel deutlicher in das Bewufitsein der Theologen, der Seelsorger und des gláubigen Volkes als vor einem Men-schenalter.
Dies alles war die unersetzliche Vor-ausset'Zung dafür, dal? die Sakramente auch in der Darstellung der christlichen Morál wieder ihre zentrale Stellung er-hielten. Man sieht klar, wie unrichtig es ist, die Sakramente nach den Geboten als neuen „Pflichtenkreis" zu behandeln, sind sie doch máchtige Zeichen des Le-bens in Christus Jesus, und so sprechende Zeichen, die uns in siebenstimmigem Chor das Gesetz Christi verkünden.
Man rühmt der Moraltheologie von P. Háring nach, dafí sie in ihrem ganzen Aufbau von dem geprágt ist, was Hiero-nymus „das grundlegende Ordnungs-gesetz" nannte, das der Herr seinen
Apos'teln auftrug: „dafl sie zuerst den Glauben verkünden, dann die Glauben-den in das Sakrament des Glaubens ein-tauchen und dann auf dem Fundament des Glaubens und der Taufe alles zu haltén befehlen sollten, was der Herr aufgetragen hat". Der österliche Cha-rakter und die bleibende Neuheit der christlichen Morál verlangen, dafi das ganze sittliche Leben der Glaubigen von der Gnade und damit vom Auftrag der Sakramente geprágt sei: „dafi sie das Sakrament, das sie im Glauben empfan-gen habén, durch das Leben festhalten" (Kirchengebet am Mittwoch nach Ostern).
Die vorliegenden Betrachtungen über die Sakramente wollen die beglückende Einheit von Glauben, Sakrament des Glaubens und christlicher Morál in den unmittelbaren Gebrauch für die Fröm-migkeit umsetzen.
Das Buch will alsó in erster Linie dem Leben dienen: der Verinnerlichung der liturgischen Frömmigkeit, der Ver-bindung von heiliger Feier und Betrach-tung, der organischen Einheit zwischen sakramentaler Glaubenswirklichkeit und Lebensgestaltung.
Durch die Betrachtung wird sicher vie-len die biblisehe, sakramentale, geschenk-hafte, personale, heilssoziale und heils-geschichtliche Grundstruktur des Gesetzes Christi lebendiger und freudiger zum Bewufitsein kommen als durch blofíes Studium.
Vissza