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Der Letzte Tag

Erzählung

Szerző
Berlin
Kiadó: Union Verlag
Kiadás helye: Berlin
Kiadás éve:
Kötés típusa: Vászon
Oldalszám: 127 oldal
Sorozatcím:
Kötetszám:
Nyelv: Német  
Méret: 20 cm x 12 cm
ISBN:
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Vissza

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Union Verlag Berlin
i.
I I

- Ui
i
„Aus unserer Mitte sind böse, brutale und gewissenlose Menschen hervorgegangen, die Deutschland entehrt und Deutschlands Untergang herbeigeführt haben. Sie beherrschten das deutsche Volk mit einem so klug, gesicherten Schreckensregiment, daß nur Heldenmütige den Versuch, es zu stürzen, wagen konnten. So tapfere Menschen gab es eine große Anzahl unter uns.
Es war ihnen nicht beschieden, Deutschland zu retten; nur für Deutschland sterben durften sie; das Glück war nicht mit ihnen, sondern mit Hitler. Sie sind dennoch nicht umsonst gestorben. Wie wir der Luft bedürfen, um zu atmen, des Lichtes, um zu sehen, so bedürfen wir edler Menschen, um zu leben. Sie sind das Element, in dem der Geist wächst, das Herz rein wird. Sie reißen uns aus dem Sumpf des Alltäglichen; sie entzünden uns zum Kampf gegen das Schlechte; sie nähren in uns den Glauben an das Göttliche im Menschen: Wenn wir derer gedenken, die im Kampf gegen den Nationalsozialismus ihr... Tovább

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i.
I I

- Ui
i
„Aus unserer Mitte sind böse, brutale und gewissenlose Menschen hervorgegangen, die Deutschland entehrt und Deutschlands Untergang herbeigeführt haben. Sie beherrschten das deutsche Volk mit einem so klug, gesicherten Schreckensregiment, daß nur Heldenmütige den Versuch, es zu stürzen, wagen konnten. So tapfere Menschen gab es eine große Anzahl unter uns.
Es war ihnen nicht beschieden, Deutschland zu retten; nur für Deutschland sterben durften sie; das Glück war nicht mit ihnen, sondern mit Hitler. Sie sind dennoch nicht umsonst gestorben. Wie wir der Luft bedürfen, um zu atmen, des Lichtes, um zu sehen, so bedürfen wir edler Menschen, um zu leben. Sie sind das Element, in dem der Geist wächst, das Herz rein wird. Sie reißen uns aus dem Sumpf des Alltäglichen; sie entzünden uns zum Kampf gegen das Schlechte; sie nähren in uns den Glauben an das Göttliche im Menschen: Wenn wir derer gedenken, die im Kampf gegen den Nationalsozialismus ihr Leben gelassen haben, so erfüllen wir eine Pflicht der Dankbarkeit; zugleich aber tun wir uns selbst wohl; denn indem wir ihrer gedenken, erheben wir uns Uber unser Unglück."
Ricarda Huch: Aufruf (1946)
m.



Donnerstag, der 20. Juli 1944: Um 12.42 Uhr explodierte in der „Wolfsschanze", Hitlers Hauptquartier nahe dem ostpreußischen Rastenburg, eine Bombe, die der Stabschef beim Befehlshaber des Ersatzheeres, der knapp siebenunddreißigjährlge Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, gelegt hatte. Mit dem Tod Hitlers sollte der Weg frei gemacht werden für die Beendigung des nun schon fünf Jahre andauernden Völkermords und Terrors. In der Annahme, Hitler sei tot, und In der Gewißheit, in der Zentrale der Verschwörung, dem Allgemeinen Heeresamt in der Berliner Bendlerstraße, laufe die lange vorbereitete Operation „Walküre" an, die die Übernahme der vollziehenden Gewalt zum Ziele hat, fliegt Stauffenberg zurück nach Berlin. Stunden banger Hoffnung vergehen, Stunden voller Ungeduld und gezwungener Untätigkeit, Stunden aber auch, die ihm Gelegenheit und Anlaß geben, sein Leben zu resümieren, noch einmal die Beweggründe und die möglichen Auswirkungen seines Handelns zu durchdenken. In Berlin war Indes die Aktion nur zögernd ins Werk gesetzt worden. Und als in den Abendstunden die Nachricht durchsickert, Hitler habe den Anschlag tatsächlich überlebt, und aus Rastenburg rigorose Gegenbefehle erteilt werden, wird für die Verschwörer immer mehr das Scheitern ihrer mutigen Aktion zur bitteren Wahrheit. Ihre so fest geschlossen geglaubte Basis bricht auseinander, die Hitleranhänger gewinnen die Oberhand. Es wird für Stauffenberg dieser Tag der letzte seines kurzen Lebens. Kurz vor Mitternacht fallen er und drei weitere seiner engsten Vertrauten unter den Kugeln des Exekutionskommandos, in ihren Plänen zwar gescheitert, aber in der festen Überzeugung, moralisch nicht versagt und ein weithin sichtbares, unauslöschliches Zeichen gesetzt zu haben.
Schutzumschlagentwurf: Ingo Scheffler Vissza

Ernst Ludwig Bock

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