Fülszöveg
Dieter Schlatter, geb. 1958 in Bern, Schulen in Samen OW. Ausbildung zum Koch. Aufenthalte im Hotel Hilton Rotterdam und Caracas. Reisen durch Zentralamerika und USA. Heuert 1980 als Schiffskoch in Rensburg an, befährt Nord- und Ostsee, Mittelmeer, Rotes Meer, Indischen Ozean und Pazifik. 1983 zweite Seereise ab Bremerhaven. 1984 Koch in der Innerschweiz, 1987 auf den Bermudas.
Kreuzfahrten, Captain's Dinner, Äquatortaufe , da scheint versinkende Abendröte aus der Belle Epoque herüber. Lockdüfte der weiten, vornehmen Welt, konsumfertig abgepresst für Reisebüro-Abenteurer.
In Schlatters Erlebnisbericht werden der Glamour des oberen Decks, die goldbetressten Salonlöwen, kaum erwähnt. Der Autor gibt keine Rezepte über die Menüs des Captain's Table preis, er reflektiert nicht über soziale Ungerechtigkeiten beim 3.-Welt-Tourismus, über Nord/Süd-Gefälle und Kulturschocks. Bei ihm spielen die «Mann»-schaft, die Unterhunde, das Fussvolk unter der Wasserlinie die Hauptrolle. Ihre...
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Dieter Schlatter, geb. 1958 in Bern, Schulen in Samen OW. Ausbildung zum Koch. Aufenthalte im Hotel Hilton Rotterdam und Caracas. Reisen durch Zentralamerika und USA. Heuert 1980 als Schiffskoch in Rensburg an, befährt Nord- und Ostsee, Mittelmeer, Rotes Meer, Indischen Ozean und Pazifik. 1983 zweite Seereise ab Bremerhaven. 1984 Koch in der Innerschweiz, 1987 auf den Bermudas.
Kreuzfahrten, Captain's Dinner, Äquatortaufe , da scheint versinkende Abendröte aus der Belle Epoque herüber. Lockdüfte der weiten, vornehmen Welt, konsumfertig abgepresst für Reisebüro-Abenteurer.
In Schlatters Erlebnisbericht werden der Glamour des oberen Decks, die goldbetressten Salonlöwen, kaum erwähnt. Der Autor gibt keine Rezepte über die Menüs des Captain's Table preis, er reflektiert nicht über soziale Ungerechtigkeiten beim 3.-Welt-Tourismus, über Nord/Süd-Gefälle und Kulturschocks. Bei ihm spielen die «Mann»-schaft, die Unterhunde, das Fussvolk unter der Wasserlinie die Hauptrolle. Ihre Sehnsüchte, Probleme, Ängste beschäftigen ihn. Er hat Jahre mit ihnen zusammen verbracht, «ganz unten», in den engen Kabinen und muffigen Arbeitsräumen des untersten Decks, wo Eintönigkeit vorherrschen, Suff und Sex, Intrigen und Gewalttätigkeiten. Hier hat Romantik so wenig Platz wie bei Walraff.
Wer sind diese Leute? Was treibt sie dazu, sich immer wieder anheuern zu lassen? Welches Spiel treiben die Reedereien mit ihren Angestellten?
Dies ist ein Stück rüdester Arbeiterliteratur. Schlatter nennt die Dinge beim Namen - Details aus dem Schiffsbauch - mit cooler Distanz und akuratem Slang.
Vissza