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In den Werken von René Char hallt die aufrührerische und zugleich faszinierende Sprache Rimbauds nach. Sie sind Schöpfungen der Revolte und des Traums, der Ennpörung und der Imagination: »In unserem Dunkel: nicht einen Platz hat die Schönheit darin. Der ganze Platz ist ihr, der Schönheit, zugedacht.« Char, Autor und Partisan, gehört in der Tat in die Reihe der Erneuerer der französischen Poesie seit Rimbaud und Apollinaire. Und er hat, in den Feuerstürmen des Zweiten Weltkriegs, unter den Bedingungen der Résistance und dann nach 1945, dem trostlosen Schmerz und der unbezähmbaren Hoffnung einer ganzen Generation Ausdruck gegeben: durch Rückeroberung der Phantasie aus der Verzweiflung. »Zum Sprunge gehören. Nicht zu dessen Epilog, dem Gelage.« Die Bedeutung seiner Gedichte und Prosagedichte ist, auch in seiner Heimat, nur zögernd erkannt worden. Heute zählt man Char, mit stichhaltigen Gründen, zu den Wegbereitern einer neuen Epoche der europäischen Dichtkunst. »Ohne es gewollt zu haben und lediglich weil er nichts abgelehnt hat, was von seiner Zeit zu ihm kam, tut Char [ ] mehr noch als ausdrücken, was wir sind: er ist auch der Dichter unserer nächsten Zukunft.« (Albert Camus)
Der hier vorgelegte Bond enthält eine Auswahl aus der zweibändigen deutschen Ausgabe der Dichtungen (1959, 1968), in der die wichtigen Werke, die René Char zwischen 1938 und 1962 veröffentlicht hat, berücksichtigt sind.
René Char wurde am 14. Juni 1907 in Isle-sur Sorgue bei Avignon auf dem Besitz seiner Großeltern geboren, wo er bis zum Eintritt ins Gymnasium von Avignon seine Kindheit verbrachte. 1925-1928 kaufmännische Ausbildung in Marseille, Lehrling in Cavaillon und Militärdienst.
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1929 erste Buchveröffentlichung: Arsenal. Beginn der Freundschaft mit Paul Éluard; Begegnung mit André Breton und den Surrealisten in Paris. 1933 kurzer Besuch in Berlin, wo er die Machtübernahme Hitlers erlebt. 1936 Rückkehr nach Isle-sur-Sorgue; schwere Erkrankung, langwährende Genesung. 1939 wird Chor eingezogen und verbringt den Winter im Elsaß; die Erfahrungen dort finden ihren Niederschlag im Poeme pulvérisé. Im Mai 1940 Heimkehr nach Isle-sur-Sorgue. Bis 1945 keine Publikation von Gedichten, Char schreibt jedoch weiter während der zwei Jahre im Maquis in den Alpen und der Provence. 1944 zum Interalliierten Generalstab von Nordafrika delegiert, leitet er in Algier das Zentrum des Fallschirmspringer-Kommandos der französischen Südzone. »Seitdem keine anderen Erlebnisse, als sie viele Menschen hatten.« 1945 und 1946 erscheinen, vorgeschlagen von Albert Camus, Chars Dichtungen aus der Zeit des Widerstandes bei Gallimard: Seuls demeurent und Feuillets d'Hypnos. 1955 erste Begegnung mit Paul Celan und mit Martin Heidegger, für den er 1966 und 1969 Seminare in Thor organisiert. Pierre Boulez vertont Texte von Char: Le Marteau sans Maître (1955), Visage Nuptial (1956), Le Soleil des Eaux (1967). 1968 Erkrankung. 1971 und 1980 Ausstellungen der Bücher und Manuskripte Chars in Paris, im Musée d'Art Moderne und in der Bibliotheque Nationale. 1984 Einrichtung eines René-Chor-Museums in Isle-sur-Sorgue, wo der Dichter nach wie vor wohnt.
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