Fülszöveg
Mit »Hurra« und großer Begeisterung ziehen die Soldatpn in den Ersten Weltkrieg. Jeder in Deutschland will seinen Teil zum erfolgreichen Ende des Krieges beitragen, so auch das Mädchen Priedel, Jüngste der Familie Cohnen. Sie ist mit Feuereifer dabei, den Soldaten während ihres kurzen Bahnhofaufenthalts Essen in die Frontzüge zu bringen. Eines Tages will sie gerade vom Trittbrett springen, da ruckt der Zug unvermittelt an. Sie verliert, belastet mit vielem Eßgeschirr, das Gleichgewicht und stürzt auf den Bahnsteig. Versuche, aufzustehen, bleiben erfolglos.
Röntgenaufnahmen sind 1914 noch eine Seltenheit, mit der nur wenige Ärzte vertraut sind. Der das Mädchen behandelnde Arzt lehnt das »moderne Zeugs« ab und operiert, wie es ihm richtig erscheint. Die Folgen für Friedel sind fatal. Durch nicht sterihsiertes Operationsbesteck erkrankt sie an Blutvergiftung. Die einzige MögUchkeit, ihr Leben zu retten, ist die Amputation ihres rechten Beines.
Der Schock für das lebenslustige,...
Tovább
Fülszöveg
Mit »Hurra« und großer Begeisterung ziehen die Soldatpn in den Ersten Weltkrieg. Jeder in Deutschland will seinen Teil zum erfolgreichen Ende des Krieges beitragen, so auch das Mädchen Priedel, Jüngste der Familie Cohnen. Sie ist mit Feuereifer dabei, den Soldaten während ihres kurzen Bahnhofaufenthalts Essen in die Frontzüge zu bringen. Eines Tages will sie gerade vom Trittbrett springen, da ruckt der Zug unvermittelt an. Sie verliert, belastet mit vielem Eßgeschirr, das Gleichgewicht und stürzt auf den Bahnsteig. Versuche, aufzustehen, bleiben erfolglos.
Röntgenaufnahmen sind 1914 noch eine Seltenheit, mit der nur wenige Ärzte vertraut sind. Der das Mädchen behandelnde Arzt lehnt das »moderne Zeugs« ab und operiert, wie es ihm richtig erscheint. Die Folgen für Friedel sind fatal. Durch nicht sterihsiertes Operationsbesteck erkrankt sie an Blutvergiftung. Die einzige MögUchkeit, ihr Leben zu retten, ist die Amputation ihres rechten Beines.
Der Schock für das lebenslustige, dreizehnjährige Mädchen ist groß, zumal die Orthopädie zur damaligen
Zeit gut angepaßte, den menschlichen Gliedern ähnliche Prothesen noch nicht kennt. »Ein Leben lang mit Stelzfuß? Nein! Lieber wäre ich gestorben«, ist ihre erste Reaktion.
Wie Priedel mit Hilfe ihrer resoluten Schwester Regina diesen Schock überwindet, das Gehen, Radfahren, Schwimmen, Reiten lernt, das Gymnasium besucht und als eine der ersten Frauen Deutschlands sogar das Jurastudium meistert und somit »ein Leben wie andere« fuhrt, erzählt dieser autobiographische Roman in eindringlichen Bildern. Denn ein Behinderter - wie auch immer - braucht nicht unser Mitleid, sondern Ansporn und Anerkennung.
Dieser Roman ist mehr als nur eine »Behindertengeschichte«. In lebendigen Schilderungen spiegelt er die schwierigen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse während und nach dem Ersten Weltkrieg und das entbehrungsreiche, aber dennoch heitere Leben junger Leute in den Zwanziger Jahren.
¦il
T:
EUGEN SALZER VERLAG HEILBRONN
Vissza