Fülszöveg
Bis auf einige kleine Aufsätze in Museumskatalogen und Zeitschriften und das spezielle Buch von Walter Hentschel über den kursächsischen Eisenkunstguß gab es bisher in der DDR keine Veröffendichung zu diesem Thema. Dieses Gebiet gehört zu den besten Leistungen des deutschen Kunsthandwerks, und es war schon lange notwendig, hier dem Interessierten, der sich näher mit dem Eisen beschäftigen will, eine Publikation anzubieten. Das Büchlein von Eva Schmidt bietet einen guten Überblick über den Eisenkunstguß vom i6. bis zum 19. Jahrhundert und gibt eine kurze Information über die Produktion im 20. Jahrhundert.
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurden hauptsächlich eiserne Öfen und Ofenplatten mit künstlerischem Reliefguß hergestellt. Dann konnte der Eisenkunstguß technisch vervollkommnet werden, besonders in den Gießereien Lauchhammer, Glelwitz und Berlin. Diebeiden letzten wurden führend unter den deutschen Eisengießereien, und ihre Erzeugnisse in der Zeit zwischen i8oo und etwa 1840...
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Fülszöveg
Bis auf einige kleine Aufsätze in Museumskatalogen und Zeitschriften und das spezielle Buch von Walter Hentschel über den kursächsischen Eisenkunstguß gab es bisher in der DDR keine Veröffendichung zu diesem Thema. Dieses Gebiet gehört zu den besten Leistungen des deutschen Kunsthandwerks, und es war schon lange notwendig, hier dem Interessierten, der sich näher mit dem Eisen beschäftigen will, eine Publikation anzubieten. Das Büchlein von Eva Schmidt bietet einen guten Überblick über den Eisenkunstguß vom i6. bis zum 19. Jahrhundert und gibt eine kurze Information über die Produktion im 20. Jahrhundert.
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurden hauptsächlich eiserne Öfen und Ofenplatten mit künstlerischem Reliefguß hergestellt. Dann konnte der Eisenkunstguß technisch vervollkommnet werden, besonders in den Gießereien Lauchhammer, Glelwitz und Berlin. Diebeiden letzten wurden führend unter den deutschen Eisengießereien, und ihre Erzeugnisse in der Zeit zwischen i8oo und etwa 1840 sind von einer solchen künstlerischen Vollkommenheit, wie sie anderswo oder in späterer Zeit nie wieder erreicht worden ist. Daher ist auch diesen beiden Gießereien der Hauptanteil der Ausführungen gewidmet.
Ein weiteres Kapitel des Buches beschäftigt sich mit den
Eisenkunstgußarbeiten von Ber-
liner Privatunternehmen wie Gciss, Devaranne, Seebaß, Lehmann u. a., die mit der Berliner und Gleiwitzer Hütte zusammenarbeiteten, indem sie ihre Modelle lieferten oder deren Modelle gössen. X'i'eiter wird der Anteil bedeutender Berliner Künstler des Klassizismus wie Schinkel, Schadow, Rauch, Tieck besprochen.
Sehr informativ ist der Anhang über Eisenkunstgußsammlungen in Museen der DDR. Die Verfasserin geht hierbei näher auf Umfang, Eigenart und Bedeutung der jeweiligen Sammlung ein
Eva Schmidt war bis zum Kriegsende Mitarbeiterin des bekannten Eisenkunstgußforschers Erwin Hintze im Wroclawer Schloßmuseum und danach langjährige Direktorin desBaut-zener Stadtmuseums. Sie ist eine vorzügliche Kennerin des Eisenkunstgusses und hat bereits vor 1945 einige Veröffentlichungen über dieses Gebiet vorgelegt
Jahrbuch des Märkischen Museums
Vissza