Fülszöveg
ANTOINE GOLÉA, 1906 in Wien geboren, studierte Philosophie und Musik in Bukarest, dann in Paris, wo er sich 1929 niederließ. Seine Bücher: »Musik in unserer Zeit« (C. H. Beck) 1955, »Rencontres avec Pierre Boulez« (Juillard) 1958, » Rencontres avec Olivier Messiaen« (Juillard) 1959, »Vingt ans de musique contemporaine« (Seghers) 1964, »Richard Strauss« (Flammarion) 1966, »Historique du Ballet« (Rencontre, Lausanne) 1967. (A. Goléa, rechts neben Wieland Wagner.)
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Wieland Wagner gilt in der Fachwelt als der einflußreichste Regisseur des Operntheaters der Nachkriegszeit. Als Erneuerer Bayreuths hat er die Werke seines Großvaters nicht allein für die Festspiele auf dem Grünen Hügel, sondern in der Beispielsfolge für die gesamte internationale Wagner-Pflege einer entscheidenden Bewährung im modernen Bühnenstil zugeführt. Neben dem Parsifal und dem Ring des Nibelungen zählten zu seinen bahnbrechenden Inszenierungen für das europäische Operntheater Carmen, Orpheus und...
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Fülszöveg
ANTOINE GOLÉA, 1906 in Wien geboren, studierte Philosophie und Musik in Bukarest, dann in Paris, wo er sich 1929 niederließ. Seine Bücher: »Musik in unserer Zeit« (C. H. Beck) 1955, »Rencontres avec Pierre Boulez« (Juillard) 1958, » Rencontres avec Olivier Messiaen« (Juillard) 1959, »Vingt ans de musique contemporaine« (Seghers) 1964, »Richard Strauss« (Flammarion) 1966, »Historique du Ballet« (Rencontre, Lausanne) 1967. (A. Goléa, rechts neben Wieland Wagner.)
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Wieland Wagner gilt in der Fachwelt als der einflußreichste Regisseur des Operntheaters der Nachkriegszeit. Als Erneuerer Bayreuths hat er die Werke seines Großvaters nicht allein für die Festspiele auf dem Grünen Hügel, sondern in der Beispielsfolge für die gesamte internationale Wagner-Pflege einer entscheidenden Bewährung im modernen Bühnenstil zugeführt. Neben dem Parsifal und dem Ring des Nibelungen zählten zu seinen bahnbrechenden Inszenierungen für das europäische Operntheater Carmen, Orpheus und Eurydike, Othello, Fidelio; unter den Werken des 20. Jahrhunderts waren es Salome, Elektra, Wozzeck und Lulu.
Die Gespräche, die der Pariser Kritiker und Musikschriftsteller Antoine Goléa im Juni 1966, kurz vor Ausbruch der Todeskrankheit des 49jährigen, mit ihm über mehr als ein Dutzend Werke verschiedener Komponisten geführt hat, enthüllen sachlich klar, oft auch streitbar dialogisierend die tiefen, radikal neuen, niemals aber willkürlichen Beweggründe des kühnen Stilisten Wieland Wagner und seiner szenischen Konzeptionen für Bayreuth und viele andere Opernhäuser des Kontinents.
Fesselnd vom ersten Satz an, ist dieses Buch ein historisches Zeugnis geworden, das dem Fachmann und jedem Theaterfreund Einsichten von ganz und gar ungewöhnlicher Deutlichkeit vermittelt. Man begegnet dem genialen Denken eines Künstlers, vor dem die schwierigsten Dinge schließlich wieder einfach erscheinen. Und es waren die letzten, bekenntnishaft zusammengefaßten Äußerungen des Theatermannes vor einem kritischen, ebenbürtig gebildeten und persönlich vertrauten Partner.
Diese erste deutschsprachige Publikation der »Gespräche« ist heute für
die Freunde Bayreuths von einmaliger dokumentarischer Aktualität. Der ganzen jüngeren theater- und musikinteressierten Generation, die sich weigert, die Gattung Oper künftighin ratlos zu begraben oder kulinarisch zu Tode füttern zu lassen, bilden die Aussagen des Wagner-Enkels Wieland unwiderstehlich Ansporn zur aktiven Auseinandersetzung mit Regie-Ideen der Gegenwart, nicht zuletzt mit den zahlreichen neuen »Ring«-Inszenierun-gen zwischen Bayreuth. Berlin, München, Wien und Salzburg, bei den »Osterfestspielen« des Regisseur-Diri-genten Herbert von Karajan.
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