Fülszöveg
Maria Theresia, eine der bewegendsten Frauengestahen der Weltgeschichte, wird bei uns leicht nur in ihrer Auseinandersetzung mit Friedrich dem Großen gesehen. Obwohl diese Konfrontation ebenbürtiger Gegner auch in dieser Biographie einen gewichtigen Raum einnimmt, wird viel mehr sichtbar: Maria Theresia schuf aus dem habsburgischen Ländererbe einen modernen Staat. Ihre Reformen, die nicht weniger umwälzend, ja »revolutionär« waren als die Preußens, sind nahezu unzählbar. Und sie mußten in einem Staat durchgesetzt werden, dessen Untertanen sehr verschiedener Herkunft waren. Maria Theresia führte Kriege, sie reorganisierte die Armee, ließ Kasernen und Krankenhäuser bauen, sie verlangte fiskalische Reformen, verkündete eine Justizreform, unter Maria Theresias Herrschaft erschienen in Wien die ersten österreichischen Banknoten. Der »Codes Theresia-nus« proklamierte die Gleichheit vor dem Gesetz, die Tortur wurde abgeschafft. Die Kaiserin heß Schulen gründen, »öffentliche Schulen«....
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Maria Theresia, eine der bewegendsten Frauengestahen der Weltgeschichte, wird bei uns leicht nur in ihrer Auseinandersetzung mit Friedrich dem Großen gesehen. Obwohl diese Konfrontation ebenbürtiger Gegner auch in dieser Biographie einen gewichtigen Raum einnimmt, wird viel mehr sichtbar: Maria Theresia schuf aus dem habsburgischen Ländererbe einen modernen Staat. Ihre Reformen, die nicht weniger umwälzend, ja »revolutionär« waren als die Preußens, sind nahezu unzählbar. Und sie mußten in einem Staat durchgesetzt werden, dessen Untertanen sehr verschiedener Herkunft waren. Maria Theresia führte Kriege, sie reorganisierte die Armee, ließ Kasernen und Krankenhäuser bauen, sie verlangte fiskalische Reformen, verkündete eine Justizreform, unter Maria Theresias Herrschaft erschienen in Wien die ersten österreichischen Banknoten. Der »Codes Theresia-nus« proklamierte die Gleichheit vor dem Gesetz, die Tortur wurde abgeschafft. Die Kaiserin heß Schulen gründen, »öffentliche Schulen«. 1780 verfügte Österreich über 500 neue Schulen, kein anderer europäischer Staat hatte damals das Volksschulwesen so sorgfältig ausgebaut. Bei alldem bheb Maria Theresia eine liebenswerte, eine schhchte Frau. Sie
Umschlaggestaltung: Werner Rebhuhn unter Verwendung eines Gemäldes von Martin van Meytens d. J. um 1745; Archiv für Kunst und Geschichte, BerUn.
schenkte sechzehn Kindern das Le- |
ben, sie war Herrscherin und Mutter. ^ :
Henry Vallotton hat mit unendUcher î^;
Sorgfalt Dokumente der Zeit heran- fl
gezogen und zeichnet anhand dieser V
Unterlagen ein Porträt der Kaiserin, f.
dem es weder an Hintergründigkeit | noch an Brillanz fehlt. Der Autor
nimmt wahrhaft Anteil am Schicksal ^
Maria Theresias, und der Leser ist {
sehr bald angesteckt von dieser An- ^
teilnähme. i
Diese Neuausgabe der berühmten ¦
Biographie ist um einen Bildteil und I
ein Namenregister erweitert. |
Henry Vallotton, in Lausanne geboren, war Diplomat, Anwalt und Schriftsteller. Die Académie Française zeichnete ihn mit der Silbermedaille aus, im selben Jahr, als Papst PaulVL die Goldmedaille erhielt. Vom selben Autor liegt in der Nym-phenburger Verlagshandlung vor: »Metternich. Napoleons großer Gegenspieler«. Biographie. 368 Seiten. Leinen.
Vissza