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Die Kunst Hieronymus Boschs wurde schon zu seinen Lebzeiten bewundert. Doch die, die es taten, ahnten wohl kaum etwas von der Zukunft, die in diesen Werken steckte. Man spürte nichts als Gegenwart, und die Dämonenfurcht jener Jahrzehnte vor der Reformation fühlte sich in der Wirklichkeit auch durch so phantastische Erfindungen von Teufelsspuk nur bestätigt. Wenige Jahrzehnte später war dies alles Erinnerung, und fortan wurde Bosch allenfalls als derErfinder kunstvoller Gespenstereien bestaunt.
Das ist längst anders geworden: Die Wissenschaft sieht, was der Maler sah, und das war nie ein Märchenreich, auch wenn es sich noch so sehr als Fabel und Schrecken gab. Es war stets das Glück und Unglück der Welt, verborgen in einer Chiffren-sprache, die ein Rätsel ans andere reiht, aber in ihrem Grunde dennoch durchschaubar wird und nie zweideutig bleibt. Bosch war ein Realist.
Seine Werke lassen die gewohnten Grenzen des Bildes...
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Die Kunst Hieronymus Boschs wurde schon zu seinen Lebzeiten bewundert. Doch die, die es taten, ahnten wohl kaum etwas von der Zukunft, die in diesen Werken steckte. Man spürte nichts als Gegenwart, und die Dämonenfurcht jener Jahrzehnte vor der Reformation fühlte sich in der Wirklichkeit auch durch so phantastische Erfindungen von Teufelsspuk nur bestätigt. Wenige Jahrzehnte später war dies alles Erinnerung, und fortan wurde Bosch allenfalls als derErfinder kunstvoller Gespenstereien bestaunt.
Das ist längst anders geworden: Die Wissenschaft sieht, was der Maler sah, und das war nie ein Märchenreich, auch wenn es sich noch so sehr als Fabel und Schrecken gab. Es war stets das Glück und Unglück der Welt, verborgen in einer Chiffren-sprache, die ein Rätsel ans andere reiht, aber in ihrem Grunde dennoch durchschaubar wird und nie zweideutig bleibt. Bosch war ein Realist.
Seine Werke lassen die gewohnten Grenzen des Bildes nicht bestehen, sie kündigen Unbekanntes an. Bosch sieht und malt Drohung, Gewalttat, den Schrecken der Apparaturen. Technik steht in seinen Bildern zwar erst als eben ansetzende Maschi-nisierung, aber doch insofern prophetisch, als Bosch zeigt, wie sie den Menschen überwältigen, unterjochen kann. Das ist der Grund, warum das Werk Boschs in unserem Jahrhundert eine solche Achtung erfahrt. Weniger wegen der nur äußerlichen Ähnlichkeit mit dem Surrealismus, als vielmehr, weil Bosch - wenngleich in kunstvollster Weise -auf Zerstörung und Überschreitung bestehender Kunstgrenzen aus war, wie wir das in einem roheren, aber vergleichbaren Sinne auch heute sehen.
Von Bosch selbst ist nur wenig bekannt, keines seiner Bilder ist datiert. Mit einiger Sicherheit glaubt man die Anfänge und das Ende seiner Entwicklung bestimmen zu können, doch über die Entstehungszeiten des dazwischenliegenden reichen Werkes gehen die Ansichten weit auseinemder.
Die spärlichen Details aus dem Leben des Künstlers verknüpft der Autor eng mit den monographischen Bilderläuterungen. Von den 48 Farbtafeln sind 54 Ausschnitte (z.B. je 7 allein vom >Garten der Lüste< und von den >Versuchungen des hl. An-tonius<).
»Die großformatigen Farbreproduktionen sind eine drucktechnische Meisterleistung. Alle Fotos wurden neu aufgenommen und genau mit dem Original auf Farbübereinstimmung geprüft. Dieser außergewöhnliche Aufwand traf mit dem glücklichen Zufall der kürzlich erfolgten Restaurierung des Lissaboner Triptychons >Die Versuchung des hl. Antonius< zusammen. Das berühmte Werk wird hier erstmals im Originalzustand präsentiert.« Österreichischer Rundfunk
Vissza