Fülszöveg
Geo-Iogisch,
die Meinung des Direktors
Warum muss in unserem Land irrmer erst etwas passieren, bis etwas geschieht? Zu den natürlichen Lebensgrundlagen der Gesellschaft gehören bekanntlich Böden und Locker- und Festgesteine mitsamt den darin zirkulierenden Wässern. Sie bieten vielfache Nutzungsmöglichkeiten, bergen aber auch manche natürliche und nutzungsbedingte Gefahren, eben "Naturgefahren".
Ehe es zu spät ist
Ernste Gedanken über die Sicherheit von IVIenschen, ihrem Siedlungsraum, ihren Verkehrswegen und der gesamten, damit zusammenhängenden Infrastruktur macht man sich zumeist erst, wenn es zu akuten Bedrohungen kommt. Hilfsmaßnahmen setzen dann entweder zu spät ein oder sind nicht in dem Ausmaß möglich, um die Bevölkerung ausreichend zu schützen und wirtschaftlichen Schaden zu vermeiden oder so gering wie möglich zu halten. Bis zur nächsten Katastrophe geloben die Behörden Besserung, versprechen Abhilfe und setzen Kommissionen zur Unfallforschung ein, damit sich ähnliche...
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Fülszöveg
Geo-Iogisch,
die Meinung des Direktors
Warum muss in unserem Land irrmer erst etwas passieren, bis etwas geschieht? Zu den natürlichen Lebensgrundlagen der Gesellschaft gehören bekanntlich Böden und Locker- und Festgesteine mitsamt den darin zirkulierenden Wässern. Sie bieten vielfache Nutzungsmöglichkeiten, bergen aber auch manche natürliche und nutzungsbedingte Gefahren, eben "Naturgefahren".
Ehe es zu spät ist
Ernste Gedanken über die Sicherheit von IVIenschen, ihrem Siedlungsraum, ihren Verkehrswegen und der gesamten, damit zusammenhängenden Infrastruktur macht man sich zumeist erst, wenn es zu akuten Bedrohungen kommt. Hilfsmaßnahmen setzen dann entweder zu spät ein oder sind nicht in dem Ausmaß möglich, um die Bevölkerung ausreichend zu schützen und wirtschaftlichen Schaden zu vermeiden oder so gering wie möglich zu halten. Bis zur nächsten Katastrophe geloben die Behörden Besserung, versprechen Abhilfe und setzen Kommissionen zur Unfallforschung ein, damit sich ähnliche Fälle in Zukunft möglichst nicht wiederholen. Die nächste Katastrophe kommt bestimmt, doch kein noch so versierter Experte kann deren Zeitpunkt, den Ort oder deren Ausmaß genau vorhersagen.
Kommende Katastrophenjahre ?
Glaubt man den Kassandras unter den Auguren, lassen die kommenden Jahre und Jahrzehnte für einzelne Regionen auf der Erde Schlimmes befürchten. Auch unsere Breiten werden - als Folge der globalen Erwärmung der Erde - davon betroffen sein. Die Prognosen für den alpinen Raum reichen vom Abschmelzen der Gletscher, dem Ansteigen der Permafrostgrenze, dem Verschieben der Vegetationsstufen bis hin zur Zunahme von lokalen Starkniederschlägen und damit verbundener verstärkter Bodenerosion und erhöhten Murenabgängen. Die Geologie kommt damit im Sinne von "bad news" ins Gerede. Das beste Gegenmittel gegen Panik und Angstmacherei sind jedoch Fakten. Geologie selbst kann zwar keine mathematisch exakten Größen über ein Gefahrenpotential liefern, doch hält sie einen reichen Fundus an zuverlässigen Unterlagen bereit, mit deren Hilfe eine Beurteilung und Abschätzung von natürlichen und anthropogen verursachten Risiken möglich ist. Dieser Datenschatz, über viele Jahrzehnte gesammelt, stellt ein unschätzbares Vermögen dar, das - sofern richtig eingesetzt - für die Volkswirtschaft hohe Renditen abwerfen kann.
"Staatliches Krisenmanagement"
Mit Datum 11. Juli 2000 gehört zu den gesetzlich festgeschriebenen Aufgaben der Geologischen Bundesanstalt auch die Mitarbeit im "Staatlichen Krisenmanagement". Ein solches Mandat ist einzigartig für einen staatlichen Geologischen Dienst in der Europäischen Union. Der Beitrag der GBA wird sowohl in der Erfassung und Dokumentation von Erdrutschen und anderen Massenumlagerungen als auch im Bereich von gefährdetem Baugrund und Siedlungsraum liegen. Er wird aber auch den Schutz des Grundwassers und den Strahlenschutz im Fall von Reaktorunfällen umfassen.
Diese neue Rolle zwischen Forschung, Anforderung an die Praxis und Verwaltung stellt eine Verpflichtung dar, die von der GBA verstärkt für das Allgemeinwohl zu leisten ist
Vissza