Fülszöveg
In der Musikgeschichte würden wir wohl kaum einen zweiten Komponisten finden, der ein so inniges Verhältnis zur tschechischen Musik und zu Böhmen gehabt hätte, wie Wolfgang Amadeus Mozart. Es gab hierfür nicht wenige Gründe. Mozarts Beziehungen zu den tschechischen Musikern, den Mitghedern der Salzburger erzbischöflichen Kapelle, und später zu jenen in Mannheim und Wien, Konzerte Mozarts als Wunderkind in Preßburg und Brünn, dann die Bekanntschaft mit dem Ehepaar Dusek, die er in Salzburg machte, und schließlich die erfolgreichen Premieren seiner Opern — Entführung aus dem Serail und Die Hochzeit des Figaro - führten Mozart im Januar 1787 zum ersten Mal nach Prag. Hier dirigierte Mozart die Urauffühnmg der Prager Symphonie und am 29. Oktober 1787 der Oper Don Giovanni. Es kann daher nicht wundernehmen, daß im Jahre 1956, als die ganze Musikwelt Mozarts zweihundertsten Geburtstag feierte, auch die Bewohner der Tschechoslowakei, mit Prag an der Spitze, dem großen Tondichter ihre...
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In der Musikgeschichte würden wir wohl kaum einen zweiten Komponisten finden, der ein so inniges Verhältnis zur tschechischen Musik und zu Böhmen gehabt hätte, wie Wolfgang Amadeus Mozart. Es gab hierfür nicht wenige Gründe. Mozarts Beziehungen zu den tschechischen Musikern, den Mitghedern der Salzburger erzbischöflichen Kapelle, und später zu jenen in Mannheim und Wien, Konzerte Mozarts als Wunderkind in Preßburg und Brünn, dann die Bekanntschaft mit dem Ehepaar Dusek, die er in Salzburg machte, und schließlich die erfolgreichen Premieren seiner Opern — Entführung aus dem Serail und Die Hochzeit des Figaro - führten Mozart im Januar 1787 zum ersten Mal nach Prag. Hier dirigierte Mozart die Urauffühnmg der Prager Symphonie und am 29. Oktober 1787 der Oper Don Giovanni. Es kann daher nicht wundernehmen, daß im Jahre 1956, als die ganze Musikwelt Mozarts zweihundertsten Geburtstag feierte, auch die Bewohner der Tschechoslowakei, mit Prag an der Spitze, dem großen Tondichter ihre Huldigung darbrachten. Prag hatte ja Mozart immer mit offenen Armen empfangen und seine Kunst unmittelbar und vorbehaltlos verstanden und aufgenommen. Und darum ist es gewiß auch nicht erstaunlich, daß bei Gelegenheit der zweihundertsten Wiederkehr von Mozarts Geburtstag der Gedanke zur Herausgabe einer Publikation aufkam, die nicht nur mit fesselnden Worten, sondern auch in wertvollen Bildbeilagen jenes einzigartige Verhältnis dokumentiert, das den Künstler mit dem Volke verband, dem seine Musik so besonders nahestand, obwohl er ihm selbst nicht angehörte.
Worin lag jenes „böhmische Wunder", das der Klarinettist Stadler in seiner Schilderung der Erfolge der späteren Prager Aufführungen
Blick auf Prag von der Terrasse des Künstlerhauses aus mit der Statue If. A. Mozarts.
von Mozarts Oper La clemenza di Tito erwähnt, nachdem die Erstaufführung so kühl aufgenommen worden war? Was lieg in . Mozarts Musik, daß sie schon zu des Meisters . Lebzeiten die Prager so zu bezaubern vermoch-te, daß sie beim Anhören seiner Werke in Begeisterung gerieten? Die Antworten auf diese und andere Fragen bringt dieses Buch mit seinem interessanten Text und den 160 Abbildungen, unter denen sich 24 Farbtafeln befinden. Manche diese; Bilddokumente wurden erst kürzlich entdeckt, und viele gelangen in diesem Buche zum ersten Male zur Veröffentlichung. So vor allem die Schattenbilder und Berkas Stich von Mozarts Bildnis, der älteste Theaterzettel der Prager Aufführung der Oper Don Giovanni, Porträte von Persönlichkeiten aus Mozarts Freundeskreis und andere Andenken, die mit des Komponisten Aufent- ' halt in Prag in Beziehung stehen. Den Leser werden zweifellos auch die Aufnahmen von der neu hergerichteten Bertramka interessieren, dem einstigen Sommersitz des tschechischen Komponisten und Klaviervirtuosen F. X. Dusek und seiner Gattin Josepha, einer hervorragenden Sängerin. Die Bertramka ist jetzt gänzlich dem Andenken an W. A. Mozart und das Ehepaar Dusek geweiht. In diesem intimen Milieu verlebte Mozart seine schönsten Stunden in Prag, hier vollendete er seine „Oper der Opern" — Don Giovanni die für immer mit dem Namen der Stadt Prag verbunden ist. Hier komponierte Mozart auch einige weitere Werke, wie zum Beispiel die Konzertarie „Bella mia fiamma, addio!", die er Frau Dusek widmete.
Dieses schön und geschmackvoll ausgestattete Buch sei vom tschechischen Volk und Prag, der Mozartstadt, dem Andenken des großen Meisters geweiht, dessen Worte mit goldenen Buchstaben nicht nur auf dem Giebel der Bertramka, sondern in aller Herzen eingeschrieben stehen: ,,Den Himmel zu erringen, ist etwas Herrliches und Erhabenes, aber auch auf der lieben Erde ist es unvergleichlich schön! Darum laßt uns Menschen sein!"
Vissza