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_ er erste König, von dem in diesem Buch die Rede ist, heißt Hugo Capel. Er wurde im Jahre 987 in Senlis von einer Adelsversammlung zum Rex Francorum gewählt. Seine Wahl wurde mit »seinen Taten, seinem Adel und seinen Männern« begründet, sowie mit dem Rückhalt, den er seiner Wählerschaft in ihren »öffentlichen« und »persönlichen« Angelegenheiten gewähren konnte. Der jüngste König, der hier erwähnt wird, heißt Juan Carlos von Bourbon. Er, ein Nachkomme des Sonnenkönigs, erhielt die Königswürde erst vor kurzem: Juan Carlos ist seit 1975 König von Spanien. Zwischen diesen beiden Endpunkten liegen 1000 Jahre europäischer Geschichte, die Geschichte von 17 Dynastien in Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Rußland, Spanien, Italien und Portugal, 1000 Jahre politischer, sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Gestaltung Europas, wie es heute besteht. Anerkannte Fachleute aus verschiedenen Ländern stellen hier die Geschichte der einzelnen...
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D.
_ er erste König, von dem in diesem Buch die Rede ist, heißt Hugo Capel. Er wurde im Jahre 987 in Senlis von einer Adelsversammlung zum Rex Francorum gewählt. Seine Wahl wurde mit »seinen Taten, seinem Adel und seinen Männern« begründet, sowie mit dem Rückhalt, den er seiner Wählerschaft in ihren »öffentlichen« und »persönlichen« Angelegenheiten gewähren konnte. Der jüngste König, der hier erwähnt wird, heißt Juan Carlos von Bourbon. Er, ein Nachkomme des Sonnenkönigs, erhielt die Königswürde erst vor kurzem: Juan Carlos ist seit 1975 König von Spanien. Zwischen diesen beiden Endpunkten liegen 1000 Jahre europäischer Geschichte, die Geschichte von 17 Dynastien in Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Rußland, Spanien, Italien und Portugal, 1000 Jahre politischer, sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Gestaltung Europas, wie es heute besteht. Anerkannte Fachleute aus verschiedenen Ländern stellen hier die Geschichte der einzelnen Familien vor. Dabei werten sie die Ergebnisse ihrer spezifischen, unvoreingenommenen Forschungen aus und erläutern die Bedeutung, die der Institution »Monarchie« - mit all ihren Besonderheiten - in ihrem jeweiligen nationalen Kontext zukam. Aus der Vielfalt der Meinungen setzt sich eine originelle Geschichte unseres Kontinents zusammen, die unter dem ungewohnten Gesichtspunkt der Geschichte der Dynastien und ihrer Macht betrachtet wird. Über die Bühne eines Europa, das sich von den ersten Anfängen einer Feudalgesellschaft zur heutigen Industriegesellschaft entwickelt, ziehen fähige, unfähige, raffgierige und hochherzige Monarchen - alle oder jedenfalls fast alle von der Geschichte in eine Lage versetzt, das Leben vieler Menschen durch ihre Handlungen, seien sie nun besonnen oder rücksichtslos, zu beeinflussen. Das Interesse, das eine solche Parade weckt, ist mannigfaltig. Da ist einmal die Tatsache, daß die Kennzeichen der Monarchie als Institution sich wandelten: von der privilegierten Stellung in den feudalen Vereinigungen über das Gottesgnadentum, den administrativen Absolutismus des Sonnenkönigs und über den liberalen Konstitutionairsmus bis hin zur mehr oder weniger symbohschen Funktion einiger gegenwärtiger Monarchien. Da ist andererseits das Interesse ftir die menschlichen Figuren, fiir das Fortbestehen gewisser familiärer und kultureller Züge in einem der wenigen soziologisch-diachronischen Längsschnitte, über die wir beim heutigen Stand der Kenntnisse verfiigen: Familien wie die Habsburger lassen sich von heute bis ins 10. Jahrhundert von einer Generation zur anderen zurückverfolgen. Letztlich ist da noch der nicht ganz eindeutige intellektuelle Reiz, den das Gleiten von einer geschichtlichen Ebene zur andern verursacht.
Umschlagvordeiscite: Königskrone aus den Kroninsignien des Königreiches Bayern; Paris 1806; Schatzkammer der Residenz München (Felo: Marianne Schwenk und Marion V. Plale)
Umschlagrückseile: Imperial State Crown (1838) der englischen Königin Viktoria; Kronjuwelen. Tower, London
Vissza