Fülszöveg
Brandherd Naher Osten: seit dem dritten israelisch-arabischen Krieg nicht nur Anlaß leidenschaftlicher Diskussionen, Anlaß auch Bücher zu schreiben. Im^ deutschen Sprachraum erschien eine Anzahl verschiedener Publikationen, ernsthafte Arbeiten, die diesen Konflikt, diese tödliche Feindschaft, untersuchen. Sie konnten nur Stimmen im Sprachgewirr einer Diskussion sein, mußten Position beziehen. Die Position hieß Israel. Es darf hier nicht darum gehen, einer radikalen Stimme, die zur Vernichtung Israels aufriefe, Gehör zu verschaffen. Dies läge nicht in der Richtung eines Verlagshauses, das den Ausgleich der Gegensätze, das Eintreten für unterdrückte Minoritäten, wozu wir auch im besonderen das jüdische Volk zählen, und Versöhnung der Völker zur Richtschnur seines Programmes gemacht hat. Aber ein Land, das sich seit zwei Jahrzehnten bemüht, eine wahrhaft freie Presse zu hegen und zu pflegen, sollte fair genug sein, die verschiedenen
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Standpunkte und Interpretationen historischer...
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Brandherd Naher Osten: seit dem dritten israelisch-arabischen Krieg nicht nur Anlaß leidenschaftlicher Diskussionen, Anlaß auch Bücher zu schreiben. Im^ deutschen Sprachraum erschien eine Anzahl verschiedener Publikationen, ernsthafte Arbeiten, die diesen Konflikt, diese tödliche Feindschaft, untersuchen. Sie konnten nur Stimmen im Sprachgewirr einer Diskussion sein, mußten Position beziehen. Die Position hieß Israel. Es darf hier nicht darum gehen, einer radikalen Stimme, die zur Vernichtung Israels aufriefe, Gehör zu verschaffen. Dies läge nicht in der Richtung eines Verlagshauses, das den Ausgleich der Gegensätze, das Eintreten für unterdrückte Minoritäten, wozu wir auch im besonderen das jüdische Volk zählen, und Versöhnung der Völker zur Richtschnur seines Programmes gemacht hat. Aber ein Land, das sich seit zwei Jahrzehnten bemüht, eine wahrhaft freie Presse zu hegen und zu pflegen, sollte fair genug sein, die verschiedenen
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Standpunkte und Interpretationen historischer Vorgänge objek-K/i tiv und leidenschaftslos zu ver-
^ nehmen und zu diskutieren.
Sami AI Joundi, Botschafter Sy- ¦ ' riens in Paris, spricht hier als Anwalt der arabischen Völker, doch mehr, er spricht als Anwalt j ^ der Humanität. Historische und menschliche Aspekte, Genesis des • Konflikts und persönliche Er- j fahrungen, sind untrennbar ver-woben. Der Autor taucht „seine | Feder nicht in das Tintenfaß des | Hasses" — er sagt nur, was ihn \ die Geschichte seines Volkes t lehrte, er steht in der Tradition | einer Philosophie, deren Axiome f die Unantastbarkeit des Lebens sind. Ein Buch, das keine verzer- ? rende Propaganda sein will, son-dem eine auf wissenschaftlichen . Disziplinen begründete Analyse ; und ein Appell zugleich: ein J Appell an die Vernunft des Men- i sehen. Das kritische Nachwort eines liberalen Franzosen jüdi- ; sehen Glaubens, des bekannten ^ Le - Monde - Journalisten Eric s-Rouleau, rundet dieses bedeut- ; same Buch ab. i
Vissza