Fülszöveg
Seit Winckelmann gibt es in der deutschen Archäologie den Typ des Gelehrten, den es aus einer ursprünglichen Gleichgestimmtheit der Natur zu antiker Kunst und zu antikem Menschentum zieht, dem es dabei nicht um das Wissen, sondern um ein Bekenntnis zu tun ist. Auch die kleinen und kleinsten Arbeiten dieser Archäologen sind noch Zeugnisse einer immer persönlichen Begegnung über die Jahrhunderte hinweg. In diesen Kreis gehören die hier vorgelegten Schriften Ernst Buschors.
Jahrhundert um Jahrhundert schreiten diese Aufsätze den ganzen Bereich der griechischen Kunst aus und erwählen sich für jede Epoche beispielhafte Werke zur Deutung. Die archaische, klassische und hellenistische Plastik, die zarte, tiefsinnige Welt der Lekythen und die kraftvolle Bildniskunst der Vasenmalerei
treten dabei in den Vordergrund. Denn nicht das reine Spiel der Formen, sondern der griechische Mensch, der sich und sein Schicksal im Ebenbild vorstellt und deutet, ist das bewegende Grundthema aller dieser...
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Fülszöveg
Seit Winckelmann gibt es in der deutschen Archäologie den Typ des Gelehrten, den es aus einer ursprünglichen Gleichgestimmtheit der Natur zu antiker Kunst und zu antikem Menschentum zieht, dem es dabei nicht um das Wissen, sondern um ein Bekenntnis zu tun ist. Auch die kleinen und kleinsten Arbeiten dieser Archäologen sind noch Zeugnisse einer immer persönlichen Begegnung über die Jahrhunderte hinweg. In diesen Kreis gehören die hier vorgelegten Schriften Ernst Buschors.
Jahrhundert um Jahrhundert schreiten diese Aufsätze den ganzen Bereich der griechischen Kunst aus und erwählen sich für jede Epoche beispielhafte Werke zur Deutung. Die archaische, klassische und hellenistische Plastik, die zarte, tiefsinnige Welt der Lekythen und die kraftvolle Bildniskunst der Vasenmalerei
treten dabei in den Vordergrund. Denn nicht das reine Spiel der Formen, sondern der griechische Mensch, der sich und sein Schicksal im Ebenbild vorstellt und deutet, ist das bewegende Grundthema aller dieser Schriften.
In Ernst Buschors Sprache lebt jeder Gegenstand anschaulich mit, sie zeugt von eigener bildnerischer Kraft und empfindlichem Schönheitssinn. Ihre energischen Urteile und Prägungen stellen jede Deutung letztlich in einen Bereich, der außerhalb des eigentlich Antiquarischen, jenseits des rein Ästhetischen liegt. Hier werden die gültigen Maßstäbe griechischen Daseins und Wirkens in ihrer unerschöpflichen Vorbildlichkeit von neuem freigelegt und verkündet.
R. PIPER & CO VERLAG MÜNCHEN
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Ä«.Ai™ ERNST BUSCHOR
wurde am 2. Juni 1886 in dem schwäbisch-bayerischen Dorf Hürben geboren. In Nürnberg aufgewachsen, studierte er später in München, in der klassischen Archäologie vor allem als Schüler Adolf Furtwänglers, Altertumswissenschaften. Nachdem er zunächst in den Museumsdienst eingetreten war, wurde er 1919 in Erlangen Professor; er übernahm 1920 den Lehrstuhl für Archäologie in Freiburg/Brsg., 1929 den gleichen Lehrstuhl in München. Acht Jahre lang war er Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts in Athen. Eine Lebensaufgabe, die ihn fast 40 Jahre beschäftigte, war die Leitung der Ausgrabungen im Hera-Heiligtum auf Samos. Nach vielen anderen Ehrungen wurde ihm 1959 die Mitgliedschaft des Ordens Pour le mérite verliehen. Ernst Buschor starb am 11. Dezember 1961. Neben seinen kunst- und kulturgeschichtlichen Schriften — darunter »Die Plastik der Griechen«, »Griechische Vasenmalerei«, »Frühgriechische Jünghnge« und, als letztes größeres Werk, »Das Porträt« — schuf er bedeutende Neuübertragungen der griechischen Tragödien sowie der Carmina Burana.
R. PIPER & CO VERLAG MÜNCHEN
Vissza