Fülszöveg
Vom Irrtum der Liebe
Sándor Márai
Lüge und Leidenschaft, Sehnsucht und Vergänglichkeit - das neue Meisterwerk von Sándor Márai: ein Herr, eine Dame, ein Dienstmädchen. Das ist das Personal dieses großen Romans um Liebe und Betrug, um wahre und ersehnte Gefühle, um Aufrichtigkeit und Befangenheit in gesellschaftlicher Konvention. Zugleich ist es ein Abgesang auf die großbürgerliche mitteleuropäische Welt.
»Hier beschreibt Meistererzähler Sándor Márai sehr weise, wie schwer die Liebe lasten kann - ein Sittenbild der Gesellschaft zwischen den Kriegen, wie es sensibler selten zu finden ist.« Stern
D u, schau dir mal den Mann dort an. Nein, warte, jetzt nicht, dreh dich zu mir und laß uns plaudern. Ich möchte nicht, daß er herschaut und mich sieht, ich möchte nicht, daß er mich grüßt. Jetzt kannst du dich wieder umdrehen Der Kleine, Untersetzte im Pelzmantel mit dem Marderkragen? Aber nein. Der dort, der Große, Bleiche im schwarzen Mantel, der jetzt mit dem mageren blonden...
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Vom Irrtum der Liebe
Sándor Márai
Lüge und Leidenschaft, Sehnsucht und Vergänglichkeit - das neue Meisterwerk von Sándor Márai: ein Herr, eine Dame, ein Dienstmädchen. Das ist das Personal dieses großen Romans um Liebe und Betrug, um wahre und ersehnte Gefühle, um Aufrichtigkeit und Befangenheit in gesellschaftlicher Konvention. Zugleich ist es ein Abgesang auf die großbürgerliche mitteleuropäische Welt.
»Hier beschreibt Meistererzähler Sándor Márai sehr weise, wie schwer die Liebe lasten kann - ein Sittenbild der Gesellschaft zwischen den Kriegen, wie es sensibler selten zu finden ist.« Stern
D u, schau dir mal den Mann dort an. Nein, warte, jetzt nicht, dreh dich zu mir und laß uns plaudern. Ich möchte nicht, daß er herschaut und mich sieht, ich möchte nicht, daß er mich grüßt. Jetzt kannst du dich wieder umdrehen Der Kleine, Untersetzte im Pelzmantel mit dem Marderkragen? Aber nein. Der dort, der Große, Bleiche im schwarzen Mantel, der jetzt mit dem mageren blonden Konditoreifräulein redet. Jetzt kauft er kandierte Orangenschalen. Komisch, mir hat er nie kandierte Orangenschalen mitgebracht.
Was mit mir los ist? Nichts. Warte, ich muß mir die Nase putzen.
Ist er weg? Sag's mir, wenn er weg ist.
Jetzt zahlt er? Was hat er für eine Brieftasche? Schau gut hin, ich selbst mag nicht hinsehen. Ist es eine aus braunem Krokodilleder? Ja? Siehst du, das freut mich.
Warum? Einfach so. Na ja, die Brieftasche habe ich ihm geschenkt, zum vierzigsten Geburtstag. Das war vor zehn Jahren. Ob ich ihn geliebt habe? Da fragst du etwas Schwieriges. Ja, ich glaube, ich habe ihn geliebt. Ist er jetzt weg?
Gut, daß er gegangen ist. Warte, ich will mir die Nase pudern. Sieht man, daß ich geweint habe? Blöd, aber so ist man eben. Noch immer bekomme ich Herzklopfen, wenn ich ihn sehe. Ob ich sagen kann, wer das war? Natürlich, Liebes, es ist kein Geheimnis. Das war einmal mein Mann.
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Vissza