Fülszöveg
»Daß Picasso als Zeichner ebenso groß ist wie als Maler, dürfte eine , ausgemachte Sache sein.
Es gibt kaum ein Blatt, auf dem er seinem Werkzeug nicht eine neue Feinheit oder Kühnheit abgewinnt; hier sind seine Erfindungsgabe, seine Lust an immer neuen Wirkungen unerschöpflich, hier zieht er alle Register eines stupenden Könnens. Alle Techniken der Vergangenheit, von den Ritzzeichnungen der Höhlenmenschen über den souveränen Pinselstrich des griechischen Vasenmalers, das zart-spröde Gestrichel Pisanellos bis zum Brio des Barockvirtuosen, zur Ingres'schen Perfektion, werden einer unbändigen zeichnerischen Leidenschaft dienstbar gemacht.
Man läßt dieses großartige Panorama eines Künstlerlebens an sich vorbeiziehen, wird bezaubert, ergriffen, gelächert, erschüttert und hat, wenn man den Buchdeckel zuklappt, das Gefühl, aus einer sehr fernen, fremden Welt und Zeit in die Wirklichkeit und Gegenwart zurückzukehren. Das ist seltsam bei einem Maler, der doch noch immer als einer der...
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Fülszöveg
»Daß Picasso als Zeichner ebenso groß ist wie als Maler, dürfte eine , ausgemachte Sache sein.
Es gibt kaum ein Blatt, auf dem er seinem Werkzeug nicht eine neue Feinheit oder Kühnheit abgewinnt; hier sind seine Erfindungsgabe, seine Lust an immer neuen Wirkungen unerschöpflich, hier zieht er alle Register eines stupenden Könnens. Alle Techniken der Vergangenheit, von den Ritzzeichnungen der Höhlenmenschen über den souveränen Pinselstrich des griechischen Vasenmalers, das zart-spröde Gestrichel Pisanellos bis zum Brio des Barockvirtuosen, zur Ingres'schen Perfektion, werden einer unbändigen zeichnerischen Leidenschaft dienstbar gemacht.
Man läßt dieses großartige Panorama eines Künstlerlebens an sich vorbeiziehen, wird bezaubert, ergriffen, gelächert, erschüttert und hat, wenn man den Buchdeckel zuklappt, das Gefühl, aus einer sehr fernen, fremden Welt und Zeit in die Wirklichkeit und Gegenwart zurückzukehren. Das ist seltsam bei einem Maler, der doch noch immer als einer der modernsten, Zeitgemäßesten gilt. Stutzig geworden, beginnt man nach den Gründen der Befremdung zu fragen.
Wo wäre im Gesamtwerk des Malers auch nur der leiseste Hinweis auf das, was allgemein doch als das Hauptmerkmal unserer Zeit gilt: auf die Technik? Wo findet sich eine Szene, die sich nicht geradesogut vor Jahrhunderten, vor Jahrtausenden hätte abspielen können?
Daß dieser archaische Grundzug in Picassos Werk und Wesen niemand stört oder auch nur auffallt, hat seinen guten Grund. Wenn er sich archaisch, antikisch gibt, so ist das keine Travestie und Pose, sondern seine eigentliche Natur.
Er lebt nicht gegen unsere Welt, doch an ihr vorbei. Er ist ein Fremdling in unserer Zeit, aber einer, der sie durch die Geschenke aus einer andern Zeit und Welt unendlich bereichert. Und er hat das Mirakel zustande gebracht, daß man ihn, den Unzeitgemäßen, seit mehr als einem halben Jahrhundert als den Inbegriff des Modernen anprangert, beschimpft, preist, verehrt.« Manuel Gasser
»Die Zeichnungen Picassos sind es, die das wirkliche Bild von ihm wiedergeben. Jeder Strich läßt ein Stück vom Profil des Künstlers sichtbar und etwas vom nicht Greifbaren seines bewegten Lebens greifbar werden.« Christian Zervos
Vissza